Abschied nehmen – in Ihrem eigenen Tempo

dekoelement

Wenn ein Mensch gestorben ist, kann die Vorstellung, ihm noch einmal zu begegnen, viele Fragen auslösen: Schaffe ich das? Möchte ich ihn noch einmal sehen? Wie nah möchte ich ihm sein?

Sie müssen das nicht vorher wissen. Wir nehmen uns Zeit für diese Begegnung und sind an Ihrer Seite. Sie können sich annähern, Abstand halten und jederzeit neu entscheiden, was sich für Sie in diesem Moment richtig anfühlt.

Nähe und Abstand dürfen sich verändern

Vielleicht möchten Sie einen verstorbenen Menschen noch einmal sehen und sind dennoch unsicher, wie nah Sie ihm in diesem Moment sein können. Vielleicht möchten Sie zunächst nur in der Nähe sein und erst später an den geöffneten Sarg treten. Vielleicht möchten Sie Ihren verstorbenen Menschen berühren. Vielleicht möchten Sie lieber etwas weiter entfernt sitzen. Und vielleicht verändert sich all das während der Abschiednahme.

Wir nehmen uns Zeit dafür.

Sie können. Sie müssen nicht.

Niemand muss sofort an den Sarg treten oder vorher wissen, wie die Begegnung aussehen soll. Sie können erst einmal ankommen, schauen und herausfinden, welche Nähe oder welcher Abstand für Sie gerade passt. Und Sie können das während der gesamten Abschiednahme immer wieder neu entscheiden.

Sie können Ihren verstorbenen Menschen auch berühren. Sie können eine Hand halten, über die Haut streichen oder einfach Ihre Hand auflegen. Sie können dabei wahrnehmen, was Ihnen vertraut ist – und zugleich, was sich verändert hat.

Der Mensch im Sarg ist noch immer der Mensch, den Sie kannten und der Ihnen nah war.

Und zugleich ist etwas grundlegend anders.

Wie lange Sie bleiben möchten, muss vorher nicht feststehen. Eine Abschiednahme kann wenige Minuten oder mehrere Stunden dauern. Sie kann still sein oder lebendig, allein oder gemeinsam mit anderen.

Entscheidend ist nicht, einer bestimmten Vorstellung von Abschied zu entsprechen, sondern Raum für die Begegnung mit dem verstorbenen Menschen zu haben.

Versorgung und Abschiednahme

Bevor ein verstorbener Mensch aufgebahrt wird, wird er versorgt und für die Abschiednahme vorbereitet. Auch dabei können An- und Zugehörige dabei sein und sich beteiligen, wenn sie möchten.

Mehr zur Versorgung Verstorbener und dazu, wie Sie sich beteiligen können Sie hier nachlesen: Totenfürsoge

Abschiednahme und Aufbahrung – was bedeutet das eigentlich?

Aufbahrung ist ein traditioneller Begriff dafür, eine verstorbene Person noch einmal so zu betten, dass An- und Zugehörige ihr begegnen und Abschied nehmen können. Wir sprechen bei sterbenleben meistens von Abschiednahme – zum Beispiel von einer Abschiednahme am geöffneten oder geschlossenen Sarg. Ob der Sarg geöffnet oder geschlossen ist, muss nicht vorher für alle festgelegt sein. Vielleicht bleibt der Sarg zunächst geschlossen und wird später geöffnet. Vielleicht möchten einzelne Menschen den verstorbenen Menschen noch einmal sehen, während andere das nicht möchten. Wir besprechen gemeinsam, wie sich unterschiedliche Bedürfnisse miteinander vereinbaren lassen.

Wo kann eine Abschiednahme stattfinden?

Eine Abschiednahme ist bei uns im Bestattungshaus möglich, aber auch zu Hause. Auch wenn ein Mensch beispielsweise im Krankenhaus gestorben ist, kann es möglich sein, ihn noch einmal nach Hause zu bringen und dort aufzubahren. Andere Orte können ebenfalls infrage kommen, wenn die jeweiligen Rahmenbedingungen abgestimmt sind.

Abschiedsraum im Krematorium Darmstadt mit geschwungener Holzbank und bunten Luftballons

Was genau wir tun, richtet sich nach Ihnen.

Still, lebendig – oder irgendwo dazwischen

Es gibt keinen festen Ablauf dafür, wie die gemeinsame Zeit mit einem verstorbenen Menschen aussehen muss. Sie können still am Sarg sitzen, miteinander sprechen oder Musik hören. Eine Person kann eine Zeit lang allein sein, später können andere dazukommen. Eine Pfarrperson kann einen Segen sprechen, ein gemeinsames Ritual kann gestaltet werden.

Und es darf auch gesellig sein. Vielleicht sitzen Sie zusammen, erzählen miteinander und bestellen eine Pizza. Der verstorbene Mensch ist währenddessen einfach mit anwesend und noch einmal Teil dieser Gemeinschaft.

Auch das Gestalten des Sarges kann in diese Zeit einfließen: etwas darauf schreiben oder malen, Handabdrücke hinterlassen, Fotos anbringen oder die Innenseite des Sargoberteils gestalten.

Mehr zu persönlichen Abschiedsfeiern, Ritualen und weiteren Möglichkeiten der Abschiedsgestaltung

Abschiedsraum im Krematorium Darmstadt mit geschwungener Holzbank und bunten Luftballons

Kinder bei der Abschiednahme

Auch Kinder können bei einer Abschiednahme dabei sein. Wie viel Nähe sie möchten, ob sie den verstorbenen Menschen sehen oder berühren und wie lange sie bleiben, muss nicht vorher feststehen. Wir beziehen Kinder alters- und bedarfsgerecht ein und besprechen mit Ihnen, wie die Abschiednahme gestaltet werden kann.

Mehr über, wie wir Kinder rund um Tod und Bestattung einbeziehen und begleiten.

Wie viel Zeit gibt es für eine Abschiednahme?

Eine Abschiednahme sprechen wir vorher miteinander ab und planen dafür ein passendes Zeitfenster. Dabei wissen wir, dass eine solche Begegnung nicht minutengenau planbar ist. Deshalb versuchen wir, zeitliche Puffer zu schaffen und besprechen mit Ihnen, was Sie sich wünschen und was organisatorisch möglich ist.

Vielleicht möchten Sie fünf Minuten bleiben, vielleicht zwei oder drei Stunden. Vielleicht wissen Sie schon, dass Sie ein zweites Mal kommen möchten. Und manchmal ändert sich das, was vorher besprochen wurde. Und wenn sich etwas ändert, besprechen wir auch das miteinander.

Lassen Sie uns über die Abschiednahme sprechen

Sie müssen noch nicht wissen, wie die Abschiednahme aussehen soll. Erzählen Sie uns, was Sie sich wünschen, was Ihnen wichtig ist oder wobei Sie noch unsicher sind. Wir besprechen mit Ihnen, welche Möglichkeiten es gibt.