Eine Trauerfeier individuell gestalten

Ob Erdbestattung, Feuerbestattung oder Reerdigung – welche Form der Bestattung passt, hängt auch davon ab, was Ihnen und Ihrem verstorbenen Menschen wichtig ist. Wir zeigen Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten und geben Orientierung, damit Sie herausfinden können, welcher Weg für Sie stimmig ist.

Abschied nehmen – in Ihrem eigenen Tempo

Wenn ein Mensch gestorben ist, kann die Vorstellung, ihm noch einmal zu begegnen, viele Fragen auslösen: Schaffe ich das? Möchte ich ihn noch einmal sehen? Wie nah möchte ich ihm sein?

Sie müssen das nicht vorher wissen. Wir nehmen uns Zeit für diese Begegnung und sind an Ihrer Seite. Sie können sich annähern, Abstand halten und jederzeit neu entscheiden, was sich für Sie in diesem Moment richtig anfühlt.

Ihr Abschied darf sich für Sie stimmig anfühlen

Welche Form des Abschieds passt zu Ihnen?

Nicht am Anfang steht die Frage, wie eine Trauerfeier aussehen soll. Am Anfang stehen die Menschen.

Wir hören zu und möchten verstehen, wer der verstorbene Mensch war, was Sie miteinander erlebt haben und was Sie gerade beschäftigt. Manchmal entstehen dabei schon erste Gedanken für den Abschied. Manchmal ist dafür noch gar nicht der richtige Zeitpunkt. Dann gehen wir zunächst die Schritte, die jetzt wichtig sind – und alles Weitere später.

Wenn es um die Gestaltung des Abschieds geht, schauen wir gemeinsam: Wer gehört dazu? Was gibt Sicherheit und Halt? Wo braucht es Freiheit? Was passt zum verstorbenen Menschen und was brauchen die unterschiedlichen Menschen, die Abschied nehmen?

Dabei müssen Bekanntes und Neues keine Gegensätze sein. Eine vertraute Form kann Sicherheit geben und trotzdem ganz persönlich gestaltet werden. Genauso können neue Ideen mit Traditionen verbunden werden. Oft entsteht gerade aus diesem Zusammendenken eine Form, die zu den Beteiligten passt.

Und manchmal beginnt eine Idee ganz vorsichtig mit einem Satz wie: „Das macht man wahrscheinlich nicht …“ Dann lohnt es sich, genauer hinzuhören. Denn vieles ist möglich, von dem Menschen zunächst gar nicht wissen, dass es möglich ist.

Ob Sie es am Ende Trauerfeier, Abschiedsfeier, Lebensfest oder ganz anders nennen, ist für uns nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass der Abschied für Sie und die anderen Beteiligten stimmig ist.

Was gibt Sicherheit und Halt?

Wie kann eine Trauerfeier oder ein Lebensfest aussehen?

Eine Trauerfeier individuell zu gestalten, muss nicht bedeuten, alles anders zu machen. Manchmal verändert eine kleine persönliche Entscheidung bereits sehr viel. Und manchmal entsteht ein Abschied, der mit einer klassischen Trauerfeier kaum noch etwas gemeinsam hat.

Eine Feier kann ganz vertraut in einer Kirche oder Trauerhalle stattfinden – mit einer Pfarrperson oder einer freien Redner:in, mit Musik und Wortbeiträgen über den verstorbenen Menschen. Manchmal sind es vermeintlich kleine Dinge, die bedeutsam sind: ein von den Kindern gestalteter Sarg, ein eigener Beitrag während der Feier. Vielleicht wollen Sie die Urne selbst zur Grabstätte tragen?

Genauso kann eine Abschiedsfeier an einem Ort stattfinden, der zum Leben des verstorbenen Menschen gehört. Wir erinnern uns zum Beispiel an einen Abschied im eigenen Garten: zwischen Apfelbäumen und am selbst angelegten Teich, mit Musik von Freunden, Bildern aus dem Leben des Verstorbenen und Bändern in den Bäumen, auf denen die Gäste ihre Wünsche für den Verstorbenen hinterließen.

Abschiednahme im Garten der Familie

Abschied im eigenen Garten

Genauso kann eine Abschiedsfeier an einem Ort stattfinden, der zum Leben des verstorbenen Menschen gehört. Wir erinnern uns zum Beispiel an einen Abschied im eigenen Garten: zwischen Apfelbäumen und am selbst angelegten Teich, mit Musik von Freunden, Bildern aus dem Leben des Verstorbenen und Bändern in den Bäumen, auf denen die Gäste ihre Wünsche für den Verstorbenen hinterließen.

Trauerfeier und anschließendes Beisammensein können auch ineinander übergehen

Statt erst eine Trauerfeier zu besuchen und anschließend zum Trauercafé weiterzugehen, lässt sich beides miteinander verbinden. In einem Restaurant oder einem anderen passenden Rahmen wechseln sich gestaltete Momente und geselliges Beisammensein ab. Die Urne kann dabei mitten im Raum stehen. Es können persönliche Worte gesprochen und Musik gehört werden. Dazwischen wird gegessen, getrunken, erzählt und erinnert. Ein Ritual kann Raum für einen stilleren, persönlichen Augenblick geben.

So entsteht über mehrere Stunden ein gemeinsamer Abschied, in dem Trauerfeier und Zusammensein nicht voneinander getrennt werden müssen.

Wie viele gestaltete Elemente es gibt, wie viel Raum das gemeinsame Essen und Erzählen bekommt und wie lange die Feier dauert, stimmen wir mit den Beteiligten ab.

Wir erinnern uns auch an eine Feier in einem großen Saal. Dort stand der Sarg in der Mitte, die Menschen saßen im Kreis darum. Es gab persönliche Beiträge, Musik, Bilder und Videoaufnahmen. Anschließend wurden große Bilder des Verstorbenen gemeinsam nach draußen getragen. Dort ging die Feier bei Fingerfood und Sekt in ein Beisammensein über.

Zwischen einer halbstündigen Zeremonie und einem ganzen Nachmittag, zwischen vertrauten Traditionen und neuen Ideen liegt viel Raum. Nicht eine bestimmte Form macht einen Abschied persönlich. Entscheidend ist, dass sie zu dem verstorbenen Menschen und den Menschen passt, die Abschied nehmen.

Wichtig ist uns: Es gibt keinen besseren oder schlechteren Abschied. Kreativ ist nicht automatisch toll. Traditionell ist nicht automatisch verstaubt. Entscheidend ist, dass der Weg zu den Menschen passt, die ihn gehen.

Wo kann eine Abschiedsfeier stattfinden?

Eine Trauerfeier muss nicht in einer Trauerhalle stattfinden. Auch der Ort kann Teil eines persönlichen Abschieds sein.

Je nachdem, was zu Ihnen, zum verstorbenen Menschen und zur Form der Feier passt, kommen ganz unterschiedliche Orte infrage: eine Trauerhalle oder Kirche, ein Restaurant, ein Vereinsheim oder ein Gemeinderaum. Eine Abschiedsfeier kann auch zu Hause, im eigenen Garten oder an einem anderen geeigneten Ort im Freien stattfinden.

Auch auf manchen Friedhöfen und in Bestattungswäldern gibt es andere Möglichkeiten als die klassische Trauerhalle – beispielsweise Unterstände oder Andachtsplätze, an denen eine Abschiedsfeier gestaltet werden kann.

Nicht jeder Ort eignet sich für jede Form der Feier und nicht überall ist alles möglich. Aber meist geht mehr, als man denkt. Deshalb schauen wir gemeinsam, welcher Rahmen zu Ihren Vorstellungen passt und was sich dort umsetzen lässt.

Wir kennen unterschiedliche Orte und Möglichkeiten in Darmstadt und der Umgebung und geben unsere Erfahrungen gerne an Sie weiter. Wenn Sie noch keine Vorstellung davon haben, wo die Abschiedsfeier stattfinden könnte, beraten wir Sie und machen Ihnen konkrete Vorschläge.

Was kann persönlich gestaltet werden?

Persönliche Abschiedsgestaltung kann an vielen Stellen beginnen. Mit Musik, Worten, Bildern und Gegenständen. Mit einem gestalteten Sarg oder einer Urne. Mit etwas, das Menschen gemeinsam tun – oder mit einer kleinen Handlung, die jede und jeder für sich vollziehen kann.

Rituale können dabei Orientierung geben. Gerade beim Ankommen zu einer Trauerfeier fragen sich Menschen manchmal: Wo gehe ich hin? Setze ich mich schon? Was kann ich jetzt tun? Eine kleine Handlung kann diesen ersten Moment erleichtern. Bei einem Schwimmkerzenritual beispielsweise entzünden die Gäste ein Licht, gehen damit zum Sarg oder zur Urne und lassen es in ein Wasserbecken gleiten. So entsteht nach und nach ein gemeinsames Lichtermeer.

Aber ein solches Ritual muss nicht aus Kerzen bestehen. Vielleicht bringen die Gäste beim Ankommen jeweils eine langstielige Blume nach vorne, sodass nach und nach ein großer Strauß entsteht. Für einen Menschen, der leidenschaftlich Origami gefaltet hat, können es gefaltete Kraniche sein. Und für einen begeisterten Tischtennisspieler waren es bei einer unserer Abschiedsfeiern tatsächlich Tischtennisbälle.

Origami falten zum Abschied
Fingerabdrücke auf die Urne mit Baum

Manches entsteht während oder am Ende einer Feier

Menschen hinterlassen einen Fingerabdruck auf einer Urne, schreiben eine Botschaft auf den Sarg, singen gemeinsam oder geben dem verstorbenen Menschen einen Wunsch mit. Und manchmal nehmen die Gäste selbst etwas mit. Die gesammelten Kieselsteine eines Menschen können beispielsweise zu Handschmeichlern werden, die seine An- und Zugehörigen später in der Hosentasche bei sich tragen.

persönliche Dinge, Vorlieben und Eigenheiten dürfen Teil des Abschieds werden

Auch persönliche Dinge, Vorlieben und Eigenheiten dürfen Teil des Abschieds werden. Eine Briefmarkensammlung, Bilder oder die gesammelten Kronkorken können von einem Menschen erzählen, ohne dass dafür viele Worte nötig sind. Und vielleicht wird gemeinsam mit dem Lieblingsschnaps der Oma angestoßen – genau dem, bei dem sich sonst immer alle geschüttelt haben. Auch darin kann Erinnerung stecken.

Wir haben deshalb keinen Katalog von Ritualen, aus de Sie etwas auswählen müssen. Wir bringen Ideen und Erfahrung mit und entwickeln gemeinsam mit Ihnen, was zum verstorbenen Menschen und zu den Beteiligten passt. Manchmal ist das still und zurückhaltend, manchmal gemeinschaftlich, manchmal ungewöhnlich oder auch ein bisschen witzig.

Entscheidend ist nicht, dass überhaupt ein Ritual stattfindet. Entscheidend ist, dass das, was wir gemeinsam gestalten, für Sie eine Bedeutung hat.

Trauerkarten und Danksagungen persönlich gestalten

Trauerkarten, Einladungen zur Abschiedsfeier und Danksagungskarten können ebenso persönlich gestaltet werden wie die Abschiedsfeier selbst.

Wir unterstützen Sie dabei, diese Drucksachen individuell zu gestalten – gemeinsam mit Ihnen oder auf Wunsch für Sie. Wir beraten Sie, kümmern uns um die Gestaltung und organisieren den Druck über unsere Partner.

Sprechen Sie uns an.

Wer kann sich beteiligen?

Sie können sich an einer Abschiedsfeier so viel oder so wenig beteiligen, wie es für Sie passt. Manche Menschen möchten die Gestaltung vollständig in unsere Hände geben. Andere organisieren ihre Abschiedsfeier selbst und brauchen von uns nur an einzelnen Stellen Unterstützung. Und sehr häufig entsteht etwas dazwischen.

Sie können bei den Vorbereitungen dabei sein, beim Dekorieren mithelfen, Bilder und persönliche Dinge mitbringen oder selbst etwas gestalten. Sie können Musik machen, eigene Worte sprechen, etwas vorlesen, einen Teil der Feier übernehmen oder die Urne auf dem Weg zur Grabstätte selbst tragen. Vielleicht möchten Sie auch einfach nur dabei sein, während alles entsteht.

Und Sie dürfen Ihre Meinung ändern. Vielleicht tut es zunächst gut, selbst mit anzupacken – und irgendwann merken Sie, dass es genug ist. Dann übernehmen wir. Umgekehrt können Sie auch während der Vorbereitung feststellen, dass Sie selbst gerne mehr tun möchten.

Wenn Sie während der Abschiedsfeier eigene Worte sprechen möchten, kann es beispielsweise entlastend sein, wenn jemand anderes moderiert und den Rahmen hält. Dann müssen Sie nicht gleichzeitig dafür verantwortlich sein, dass die Feier weitergeht, wenn es Ihnen in diesem Moment schwerfällt zu sprechen.

Beteiligung ist für uns eine Möglichkeit, keine Erwartung. Sie müssen nichts selbst machen, damit ein Abschied persönlich wird. Und wenn Sie viel selbst gestalten möchten, drängen wir uns nicht dazwischen. Wir besprechen gemeinsam, was Sie übernehmen möchten, wobei Sie Unterstützung brauchen und was Sie lieber an uns abgeben.

Kinder gehören für uns selbstverständlich dazu. Sie dürfen ebenfalls beteiligt sein, Fragen stellen, etwas tragen, gestalten oder an der Grabstätte etwas übernehmen, wenn sie das möchten. Und ein Kind muss bei einer Abschiedsfeier nicht plötzlich eine halbe Stunde stillsitzen, nur weil Erwachsene das vielleicht erwarten. Kinder sind Menschen mit eigenen Bedürfnissen – und die denken wir bei der Gestaltung mit.

Mehr darüber, wie Kinder rund um Tod und Abschied beteiligt werden können, erfahren Sie auf unserer Seite Kinder und Tod.

Beteiligung ist für uns eine Möglichkeit, keine Erwartung

Die Trauerfeier ist nicht der ganze Abschiedsweg

Eine Trauerfeier kann ein wichtiger Moment des Abschieds sein. Und sie ist nicht der einzige. Zwischen dem letzten Atemzug eines Menschen und seiner Beisetzung liegen viele kleine Schritte – und für jeden Menschen kann ein anderer davon bedeutsam sein.

Deshalb gehen wir Schritt für Schritt. Wir schauen, was jetzt ansteht, und erst dann, was als Nächstes kommt. Nicht alles muss sofort entschieden werden. Und nicht jeder mögliche Schritt muss gegangen werden.

Natürlich planen wir gemeinsam mit Ihnen und bereiten die nächsten Schritte gut vor. Gleichzeitig wissen wir: Pläne sind dafür da, um angepasst zu werden. Wie sich eine Situation tatsächlich anfühlt und was Sie in diesem Moment brauchen, zeigt sich manchmal erst, wenn sie da ist.

Dann darf sich auch etwas verändern. Vielleicht entsteht ein neues Bedürfnis. Vielleicht fühlt sich etwas, das vorher richtig erschien, plötzlich nicht mehr passend an. Oder es braucht einfach noch etwas Zeit, bevor der nächste Schritt gegangen werden kann.

Uns ist wichtig, nicht nur einen Plan gut umzusetzen, sondern auch die Situation gut zu gestalten, die tatsächlich entsteht. Damit aus den vielen einzelnen Schritten ein Abschiedsweg werden kann, der für Sie gangbar und stimmig ist.

Wünsche und Möglichkeiten gemeinsam besprechen

Sie müssen noch nicht wissen, wie der Abschied aussehen soll, bevor Sie sich bei uns melden. Vielleicht haben Sie schon konkrete Vorstellungen. Vielleicht einzelne Gedanken. Vielleicht wissen Sie gerade auch einfach noch gar nicht, was zu Ihnen und zum verstorbenen Menschen passen könnte.

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail. Gemeinsam schauen wir zunächst, was Sie gerade brauchen. Manchmal hilft eine erste Orientierung am Telefon. Manchmal ist es wichtiger, sich persönlich gegenüberzusitzen und gemeinsam in Ruhe auf die Situation zu schauen.

Sie müssen den Abschied nicht fertig gedacht haben, bevor wir miteinander sprechen. Wir zeigen Ihnen Möglichkeiten, hören zu und entwickeln gemeinsam mit Ihnen die nächsten Schritte – in dem Tempo und in der Form, die für Sie gerade passen.